Nationalbefreite Zonen aufmischen

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Antifaschistische Demonstration am 3.11. in Weißenfels
Der Aufruf:

Bittere Realität

Wer sich einmal durch die Chroniken der mobilen Opferberatung oder diverse Zeitungsmeldungen über neonazistische Aktivitäten in Sachsen-Anhalt hindurchgearbeitet hat, dem werden neben Dessau und Magdeburg vor allem zwei Landkreise besonders häufig begegnen: Der Saalekreis und der Burgenlandkreis. Beide liegen im beschaulichen Süden Sachsen-Anhalts. Dort, wo man sich am Stammtisch noch unpolitisch geben und trotzdem Kategorie C hören, Thor Steinar tragen, gegen „Neger“ und „Kanaken“, „Schwuchteln“ oder „Zecken“ hetzen und seine Kinder beim örtlichen NPD-Fußballtrainer abgeben kann, ohne dafür Gegenwind zu erfahren oder kräftig ausgelacht zu werden.

Kein Wunder, dass sich hier, wo ohnehin eine fremdenfeindliche und autoritäre Grundstimmung vorherrscht, Neonazis zu Hause fühlen, während viele alternative und linke Jugendliche die Flucht ergreifen und wegziehen, sobald sie alt genug dafür sind. Verübeln kann man es ihnen nicht: Viel zu oft wird ihnen mit Ignoranz und Häme begegnet, wenn sie wieder einmal Opfer rechter Angriffe geworden sind. Von „selber Schuld, was läufst du auch so herum“ bis zu „Die Linken sind doch auch nicht besser“ sind die Reaktionen altbekannt.

Freie Kräfte im Burgenlandkreis oder: Auch dumme Nazis sind gefährlich

In diesem Brei aus Ignoranz, Rassismus, Wegschauen und Hass auf alles Fremde gründen sich alle paar Jahre kleinere Kameradschaftsstrukturen. Zur Zeit sind es die neonazistischen Gruppierungen „Aktionsgruppe Weißenfels“ (kurz “AG Weißenfels”), die Hauptakteur im regionalen Zusammenschluss die “Freien Kräfte Burgenlandkreis” sind und die „Aktionsgruppe Merseburg“ (kurz “AG Merseburg”), welche die bemitleidenswerten Existenzen ihrer Mitglieder damit aufpeppen will, dass sich diese als „nationalrevolutionäre Avantgarde“ aufführen. Weil die „nationale Revolution“ aber ausbleibt, backen sie vorerst kleinere Brötchen und belassen es lieber beim “Punkerklatschen”, Migranten-durch’s-Dorf-Hetzen und Parolen schmieren (die üblichen Rechtschreibfehler inbegriffen). Darüber hinaus findet seit 2006 jährlich ein Gedenken an die Rathenau-Attentäter statt, an dem diverse “Freie Kameraden” und NPD-Funktionäre aus Delitzsch, Leipzig, Merseburg und Halle teilnehmen. Selbst ein zwischenzeitliches Verbot jener Veranstaltung hielt die Teilnehmer nicht davon ab, das SS-Lied “Wenn alle untreu werden” zu singen.

Dennoch: So dumm und unbedeutend die Mitglieder dieser Aktionsgruppen meist sind, so gefährlich sind sie leider für alle Menschen, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen. Mehrere, teilweise vorher im Internet angekündigte Überfälle seit der Gründung der “AG Weißenfels” zeugen davon.

So kündigte die Gruppe zum Beispiel via Facebook an, das „No Silent Backlands – Festival gegen rechte Gewalt“ angreifen zu wollen. Tatsächlich wurde am Morgen vor dem Festival ein Glasbehälter mit Schwarzpulver auf dem Gelände der Veranstaltung gefunden. Offenbar der peinliche Versuch der AG Weißenfels, einen Sprengsatz zu bauen und in heilloser Selbstüberschätzung den NSU zu imitieren. In der Nacht von Freitag zu Samstag überfielen gegen 2 Uhr Nachts ca. 10 Neonazis zwei Konzertbesucher auf dem Heimweg. Sie schlugen die Betroffenen, knallten ihre Köpfe gegen eine Wand und traten auf ihre am Boden liegenden Opfer ein. Zwei Nächte zuvor hetzten jene Neonazis 2 Jugendliche mitTeleskopschlagstöcken durch die Stadt und jagten diese selbst nach einer versuchten Festnahme weiter.

Regelmäßig sind die “Freien Kräfte Burgenlandkreis” auf Konzerten und Demonstrationen zu sehen, wo sie sich mit eigenen Transparenten in Szene setzen und natürlich „nette Bildchen“ für ihre Homepage machen. Ihr Geltungsbedürfnis geht sogar so weit, dass sie sich in Fußballtrikotmanier T-Shirts mit dem Logo „Freie Kräfte Burgenlandkreis“ auf der Rück- sowie den Vor- und Zunamen des jeweiligen Kameraden auf der Vorderseite herstellen ließen. In diesem Uniformersatz traten sie bei der NPD-Sommertour in Halle/Saale als Schlägertrupp auf, der versuchte in Seitenstraßen Gegendemonstranten abzufangen. Bei so eindeutigen T-Shirts konnte aber selbst die Polizei nur schlecht wegsehen und so bekamen die Kameraden aus dem Burgenlandkreis Ruck-Zuck einen Platzverweis.

NPD – (der parlamentarische Arm der Schlägerbande) oder: unter den Schlägern ist der mit Parteiausweis König

Neben den „freien Kameraden“ spielt die NPD im Burgenlandkreis eine führende Rolle bei der Organisierung von Neonazis. Nicht weil sie die charismatischsten Führungsfiguren, die eloquentesten Mitglieder oder gar die intelligentesten Bürgermeisterkandidaten hat (Andreas Karl forderte in einer Rede in Halle, die Stadtwerke wieder städtisch zu machen (was sie natürlich längst sind, wie der Name schon sagt), sondern weil sich an ihr und ihrem Erfolg herauskristallisiert, welche ignoranten und fremdenfeindlichen Bürger der Burgenlandkreis sonst so hat. Die NPD kann hier tatsächlich für sich in Anspruch nehmen, einen (von der Größe her) relevanten Bevölkerungsteil zu repräsentieren. Dabei hat sie bisher versucht, sich vom Ruch der Gewalttätigkeit fern zu halten. Die Verbindungen zu Organisationen wie der „AG Weißenfels“ sind jedoch offensichtlich. So sind zwei führende Mitglieder der “AG Weißenfels” zugleich Amtsträger in der NPD: Zum einen Steffen Schwabe, Mitglied der “AG Weißenfels” und zugleich stellvertretender Vorsitzender der NPD-Ortsbereichsgruppe Weißenfels sowie Patrik Murmann, Gründungsmitglied der “AG Weißenfels” und Beisitzer sowie Jugendbeauftragter im Vorstand der NPD Ortsbereichsgruppe Weißenfels. Auch wurde Lutz Battke (Bürgermeisterkandidat für die NPD in Laucha/Finne) mehrfach bei Treffen der “AG Weißenfels” gesehen.

Darum: antifaschistisches Sightseeing durch Weißenfels – Erkundungstour durch eine national befreite Zone

Wir wollen gemeinsam mit euch am 03.11.2012 eine antifaschistische Demonstration durch Weißenfels machen. Warum? Weil wir es können! Wir wissen genau wie sehr es die Nazis ärgert, wenn wir durch jene Städte und Stadtviertel laufen, in denen sie sich mittels Faustrecht eine Vormachtstellung verschafft haben. Wir wollen in Weißenfels demonstrieren, einfach um den Trotteln zu zeigen, dass sie uns auch mit ihrer dumpfen Gewalt nicht davon abhalten können, durch „ihre Stadt“ oder „ihr Viertel“ zu laufen. Wir wollen ihnen zeigen, wie lächerlich ihre Allmachtsphantasien sind und dass sie nicht Herrscher von Weißenfels sind, nur weil sie ab und an ein paar alternative Jugendliche verprügeln oder dumpfe Parolen an Hauswände schmieren. Die Vorstellung, wie die “AG Weißenfels”, die NPD und der rechtslastige Teil der Weißenfelser Bevölkerung grimmig hinter ihren Wohnzimmergardinen hocken und tatenlos zuschauen müssen, wie wir an ihren Wohnorten, Lieblingskneipen und Treffpunkten vorbeiziehen, zaubert uns ein Lächeln aufs Gesicht. Egal wo und Egal wie – Nazis sind nicht nur Scheiße, sondern auch gefährlich. Für ALLE Menschen, die nicht in ihr beschränktes Vorstellungsvermögen passen.

Deshalb ist jede auch noch so kleine Aktion, die sie zur Weißglut bringt mehr als berechtigt.
Deshalb sind wir an diesem Tag vor Ort.
Deshalb: Kommt alle am 03.11.2012 nach Weißenfels – national befreite Zonen aufmischen!

IsI – Bündnis Intervention statt Ignoranz

08. Mai 2012

Auch dieses Jahr werden wir wieder den 08. Mai feiern!
check: http://08maimd.blogsport.de/

Wer nicht feiert hat verloren!

Infoveranstaltung für den kommenden Naziaufmarsch in Plauen

http://jugendantifamagdeburg.blogsport.de/images/infoplauenwiblgsqh8t.jpg
Am 14.04.2012 soll es in Plauen zu einem Naziaufmarsch unter dem Motto
„in Gedenken an die Deutschen Opfer“ kommen.

Doch „Trauern, NICHT MIT UNS!!“.
Am 09.04.2012 lädt die Jugendantifa Magdeburg zu einer Infoveranstaltung
bezüglich des Naziaufmarsches ein.
Es soll ein geschichtlicher Abriss gegeben werden, der über die Stadt
Plauen und deren Stellung innerhalb des zweiten Weltkriegs informiert.
Des weiteren werden aktuelle Strukturen und Organisator_Innen des
Naziaufmarsches vorgestellt.
Im Anschluss soll über eine gemeinsame Anreise Gesprochen werden.
Natürlich gilt wie immer PRIVATE VERANSTALTUNG!!!

Ort: Libatäres Zentrum Magdeburg

Beginn: 18:00 Uhr

Mit freundlichen Grüßen

Eure Jugend Antifa Magdeburg

Aufruf „Antifaschistische Gruppe des Vogtlands“

Infoveranstaltung im Liz zu „Insel“

Insel ist das Dorf in der Nähe von Stendal, in dem seit Mitte letzten Jahres immer wieder Anwohner_innen zusammen mit regionalen Nazis gegen die Beherbergung von zwei Sexualstraftätern in Insel und für die Todesstrafe demonstrieren.

Im Rahmen der Infoverantsaltng wird eine kurze Dokumentation gezeigt und ein Einblick in die Situation in Insel gegeben. Die Kritik richtet sich neben der Zusammenarbeit mit Nazis auch der Forderung einiger Bürger_innen nach der Wiedereinführung der Todesstrafe. Wir wollen uns gemeinsam das Phänomen Insel anschauen und Handlungsmöglichkeiten besprechen.

Dienstag // 13. März // 18.30 Uhr im Libertären Zentrum

Organisiert vom AK Antifa Magdeburg