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[Infoveranstaltung] Demo “Dessauer Vrhältnisse angreifen”

Am Montag den 20.02 findet im Libertären Zentrum (L!Z) eine Infoveranstaltung zu der Demonstration “Dessauer Verhältniss angreifen” statt.

Organisiert wird das Ganze vom AK Antira und vom AK Antifa Magdeburg. Es wird über die Motivation der Demo gesprochen und ein Einblick in die Chronologie der Vorfälle in Dessau gegeben.

Dort soll auch mit allen interessierten Menschen aus Magdeburg und der Umgebung über eine gemeinsame Anreise gesprochen werden, um sicher und geschlossen am 25.02 in Dessau anzukommen.

Beginn ist 18 Uhr

Demo “Dessauer Verhältnisse angreifen”

http://dessauerverhaeltnisse.blogsport.de/images/bannerkonsenscopgro.jpg

Für den 25.02 organisiert das Demo Bündnis “Dessauer Verhältnisse angreifen” eine antirassistische Demonstartion durch Dessau.

Die Demo richtet sich laut Aufruf gegen den rassistischen Konses und die Unzumutbarkeit Dessauer Verhätnisse.

Dabei werden die zahlreichen rassistischen Überfälle in Dessau, die 2000 mit dem Mord an Alberto Adriano ihren traurigen Höhepunkt erreichten, thematisiert.

Es wird auch Aufklärung und Transparenz im Fall Oury Jalloh gefordert. Der gebürtige Mosambikaner, der nach Deutschland flüchtete, verbrannte am 07. Januar 2005 in einer Zelle im Dessauer Polizeirevier. Seitdem ist noch nicht aufgedeckt worden wie Oury Jalloh, der an Händen und Beinen gefesselt war, auf eine feuerfesten Matratze verbrennen konnte.

Jährlich finden nun Demonstrationen in Gedenken an Oury Jalloh statt. Die Demos tragen jedes Jahr auch die Wut über die lückenhafte Aufdeckung des Falls auf die Straße.

So auch dieses Jahr, als sich mehrere hundert Menschen am 7. Januar in Dessau versammelten. Die angemeldete Demonstration wurde von einem brutalen Polizeieinsatz überschattet. Einsatzkräfte der Polie schlugen den Anmelder der Demonstration bewusstlos, worauf dieser in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Der Anlass für die Polizeigewalt waren Plakate mit der Aufschrift “Oury Jalloh das war Mord”, welche konfisziert werden sollten.

Als wäre das nicht genug marschierten einige Wochen später in Dessau 400 Menschen durch die Stadt, sie skandierten Parolen wie “Deutschland den Deutschen” und “kriminelle Ausländer raus”. Der Volksmob, der aus einfachen rassistischen Bürgen sowie millitanten Neonzis bestand, wollte seine Wut über eine Auseinandersetzung zwischen einem Schwarzen und einem Spieler des ASG Vorwärts Dessau ausdrücken. Bei dieser wurde der Spieler mit einem Messer schwerz verletzt.

Am darauf folgenden Samstag marschierten wieder Neonazis “spontan” auf. Der Anmelder, selber ein für Gewaltaten Verurteilter Fan des ASG Vorwärts Dessau, meldete die Demo unter dem Motto “Gegen Gewalt und kriminelle Ausländer” an.
Die Polizei und die Stadt Dessau lies die Spontandemo trotz einwöchiger Mobilisierung via Facebook laufen.

Gefolgt waren diese deutsche rassitsichen Volksmob vom mehrern Brandanschlägen unter anderem auf das Polizeirevier Dessau, oder ein Polizeiauto in Halle. Nahe beider Bradnstellen soll der spruch Oury Jalloh das war Mord an Wände rgesprüht gefunden wurden seine, dazu wie kange diese Sprüch dort staden sagte die Polizei nix.

Seit den letzten Vorkommnissen werden Aktivist_innen der “Initiative Oury Jalloh” noch massiver von der Polizei unter Druck gesetzt als zuvor.

Um gegen diese Verhältnisse etwas zu unternehmen, rufen antifaschistische und antirassistiche Gruppen zu einer Demonstration am 25. Februar auf.

Berichte-Fotos-Videos vom/über den 14.01.

Auch wenn einige Artikel (vor allem vom mdr) augenscheinlich schlecht bis gar nicht recherchiert sind (z.B. Bullen-PM 1:1 übernommen), sind sie hier mit aufgeführt

Berichte
Volksstimme:
Rund 2000 Polizeibeamte sind im Einsatz
10000 Elbestädter werben Hand in Hand für ein buntes Magdeburg
Ausschreitungen nach Demonstration gegen Rechts

Magdeburger Nachrichten
http://www.magdeburger-nachrichten.de/archives/38051/meile-der-demokratie/

MDR

Angriffe auf Polizisten in Magdeburg
Anschläge auf Linke-Büros in Sachsen-Anhalt

taz
Marsch? Marsch? Stopp!
Der Aufschrei wird lauter

Andere
Dresden 2.0? 1.200 Neonazis ziehen durch Magdeburg
Ausschreitungen nach Demo gegen rechts
Magdeburg 2012: Nazis und Gegenaktionen
Pressemitteilung: Nach Naziaufmarsch greift Polizei Soziales Zentrum in Magdeburg an
Gehätschelte Neonazis
»Die Polizei wollte das Haus stürmen«
Neonazis rüsten auf


Fotos

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https://secure.flickr.com/photos/boeseraltermannberlin/sets/72157628870770317/with/6697351713/
https://secure.flickr.com/photos/boeseraltermannberlin/sets/72157628870063121/with/6697037095/
https://secure.flickr.com/photos/theoschneider/sets/72157628870640113/with/6697261659/
Antifa Westhavelland
endstation-rechts
Medien zur Nazidemo in Magdeburg, 14.01.2012
14. Januar 2012 Magdeburg

Videos
Bizarrer Aufmarsch: 1200 militante Neonazis ziehen durch Magdeburg
Randale nach Demo gegen Rechtsextremisten
Die neuen Strategien der Neonazis
Blockaden und Auseinandersetzungen gegen Nazigedenkmarsch in Magdeburg

Erste Auswertung der Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 14. Januar 2012

// Antirassistische Vorabenddemo // Dynamischer Antifa-Aktionstag // 1200 Nazis marschieren // mehrere Sitzblockaden verzögern den Aufmarsch // 700 bis 1000 Menschen beteiligen sich an Blockadeversuchen // 25 Ingewahrsamnahmen // Nazis mit Pyrotechnik & Steinen angegriffen //Antifasponti durch die Innenstadt // Nach den Protesten: massiver Polizeieinsatz gegen den Infoladen in der Puschkinstraße bis in die Morgenstunden //

Nach einem turbulenten Wochenende wollen wir eine erste Auswertung wagen. Zuerst ein dickes Dankeschön an alle angereisten Antifaschist_innen welche mit uns die Nazis blockiert und gestört haben: ihr wart klasse! Unser Dank gilt sowohl den befreundeten Gruppen und Strukturen aus anderen Städten, die uns bei der Organisierung der Proteste unterstützt haben, als auch den Fotograph_innen und Filmpiraten vor Ort. Unserer Sicht nach hat der Aufmarsch dieses Jahr die überregionale Aufmerksamkeit bekommen, die bei 1200 Neonazis angebracht ist.

Vorabenddemo: „Gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus. In Gedenken an Oury Jalloh.“
Das Wochenende startete bereits Freitag Abend mit einer lautstarken Vorbanddemo durch die Magdeburger Innenstadt. Gegen 21 Uhr thematisierten 150 Leute mit Flyern & Transpis die Polizeigewaltorgie vom 7. Januar in Dessau und riefen zur Blockade des Naziaufmarsches auf. Die Demo endete mit Pyrotechnik & ohne Bullenstress.
In der Nacht zum Samstag gab es keine nennenswerten Naziaktivitäten.

14. Januar: Polizeistadt Magdeburg
Schon am frühen Morgen war abzusehen, dass die Bedingungen für Blockaden und andere Aktionen denkbar schlecht sein würden: zwei Hauptverkehrsstraßen als Aufmarschroute, beidseitig abgesperrt mit Hamburger Gittern und bewacht von etwa 2000 Bullen. Dazu noch Pufferzonen an den meisten Routenabschnitten, sodass zumeist zwei Reihen Gitter und Bullen überwunden werden mussten um auf die Route zu gelangen.
Dennoch gab es eine ganze Reihe erfolgreicher antifaschistischer Interventionen.

Blockaden & andere Aktionen
Schon die Auftaktkundgebung der Nazis wurde akkustisch stark gestört: zum einen durch wiederholtes Glockengeläut aus der angrenzenden Kirche, zum anderen durch Sirenen welche in den Bäumen des Nicolaiplatzes versteckt waren. Die Nazis verzichteten auf längere Reden und spielten Wagner in Dauerschleife: Lärm gegen Lärm.

Die antifaschistische Demo von Entschlossen Handeln, welche sich um 10 Uhr am Hauptbahnhof traf, wurde aus taktischen Gründen vor Ort abgesagt. Die anwesenden Leute wurden mit Karten & Infos zu den Blockadetreffpunkten versorgt.

Der Naziaufmarsch startete eine Stunde verspätet um 13.30 Uhr. Nach etwa 20 Minuten stand er dann wieder: auf der Route hatten sich drei Sitzblockaden mit jeweils 20 bis 30 Leuten gebildet. Am auffälligsten war die Sitzblockade auf Höhe Neustädter Bahnhof, welche von Menschen in KZ-Häftlingskostümen durchgeführt wurde. Die Aktion hatte eine starke symbolische Wirkmacht gegen den Geschichtsrevisionismus der Nazis.
Ambivalenz des Tages: während Blockaderversuche mit massiver Polizeigewalt zurück geschlagen wurden, konnten Leute, die es auf die Route schafften, dort auch erst mal bleiben.
Die Nazis mussten eine Stunde in ihrer Formation warten.

Zwischen 14 und 15 Uhr versuchten immer wieder hunderte Antifaschist_innen die Route zu erreichen und die Sitzblockaden zu unterstützen. Dabei kam es zu dynamischen Aktionen am Nordpark und kleinen Feuern auf dem Unicampus. Die Situation war für die Bullen nicht kontrollierbar, sie wirkten überfordert und unkoordiniert.

Nach der Räumung der Sitzblockaden konnten die Nazis weiter laufen. Vor dem Campus Tower am Uniplatz wurde der antifaschistische Protest dann für die Nazis spürbar: Pyrotechnik, Rauchbomben und andere Sachen flogen auf die ersten Reihen des Aufmarsches. Bei denen gab es große Augen und kleinere Verletzungen. Trauernd zogen sie vorüber.

Antifasponti

Nachdem der Aufmarsch gegen 16.30 Uhr seinen Wendepunkt an der Oberfinanzdirektion erreicht hatte und die Nazis zurück zum Neustädter Bahnhof liefen, wurden die Blockaderversuche eingestellt und zu einer unangemeldeten Sponti mobilisiert. Diese führte lautstark und ohne Bullenbegleitung mit 300 Leuten zum Hauptbahnhof und löste sich dort ohne Stress auf.

Polizeieinsatz gegen den Infoladen
Nach den Protesten wurden Antifaschist_innen auf ihrem Weg zum Infoladen in der Alexander-Puschkinstraße angegriffen. Nach kurzer aber erheblicher Gegenwehr zogen sich die Leute in den Laden zurück. Was folgte war ein etwa neunstündiger Polizeieinsatz: geschätzte drei Hundertschaften riegelten die Puschkinstraße ab und nahmen letztendlich die Personalien der sich im Haus befindenden Personen auf. Pressemitteilung von Zusammen Kämpfen
Andere Gruppen und Strukturen verhielten sich solidarisch mit den betroffenen Antifaschist_innen. BlockierenMD rief per Twitter auf den Infoladen von außen zu unterstützen, das Libertäre Zentrum sagte das geplante Aftershow-Konzert ab und brachte Solitrantsparente am Haus an.

Fazit
Die Teilnehmerzahl des jährlichen „Trauermarsches“ in Magdeburg nimmt konstant zu: der Aufmarsch am Samstag war mit 1200 Nazis der bisher größte seiner Art. Konstante antifaschistische Aktionen konnten den Naziaufmarsch stark stören und das geplante „würdige Gedenken“ vermiesen.

Die Zahl der anwesenden Antifaschist_innen ist schwer zu schätzen, da es immer parallel zu einander stattfindende Demos, Kundgebungen und Blockadeversuche gab. Gerade diese Diversität von geplanten und spontanen Aktionen brachte eine Dynamik an den Tag die uns beeindruckt hat: es waren die größten Januarproteste seit 2005. Massenblockaden waren durchaus möglich, wurden jedoch von einem massiven Polizeiaufgebot verhindert.
Die Kommunikationsstruktur hat gut funktioniert und immer wieder Leute für Blockadeversuche zusammengebracht. Für das nächste Mal nehmen wir uns vor, die Infostruktur technisch noch sicherer für alle Beteiligten zu gestalten.

Zuletzt bleibt uns zu sagen, dass alle beteiligten Blockadebündnisse sich auf der Straße solidarisch zu einander verhalten haben. Von „Zusammen Kämpfen“ bis „Nazis? Kannste knicken!“ haben sich alle Gruppen auf ein gemeinsames Ziel konzentriert: die Blockade des Naziaufmarsches. Der 14. Januar stimmt uns optimistisch für zukünftige antifaschistische Großereignisse in Magdeburg.

Vielen Dank für den dynamischen Tag – wir sehen uns in Dresden!

BlockierenMD am 15.01.2012